Preisgestaltung

 

Wie wir unsere Leistungen abrechnen

Auch wenn die unten sehr kurz gehaltenen Erläuterungen zur allgemeinen Anwendung der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) einen einfachen Eindruck vermitteln mögen, liegt die Schwierigkeit in der Individualität jeder einzelnen Aufgabe und in der Qualität ihrer Lösungen. Einen geschätzten Betrag für einen unbekannten Auftrag zu bestimmen halte ich für realitätsfremd. Preise zu pauschalisieren ist möglich. Jedoch kann nicht alles über eine einmal vereinbarte Pauschale abgerechnet werden.Spezielle Sachverhalte erfordern eine individuelle Lösung.

(Dieses gilt für die überwiegende Zahl unserer Tätigkeiten, die sich in der Regel nicht auf einen einmaligen Auftrag begrenzen. Einmalige Aufträge können nur nach den allgemeinen Vorschriften der StBVV abgerechnet werden. Siehe unten!)

Zum Beginn eines Mandats schlage ich deshalb gerne vor, den Auftrag für eine gewisse Zeit kennen zu lernen und für diese Zeit ein unverbindliches Stundenhonorar für die erbrachten Leistungen zu vereinbaren, das im Rahmen der Zeitgebühren nach § 13 StBVV zwischen 30 € – 70 € je angefangene halbe Stunde liegt (siehe unten). Nach der vereinbarten Beobachtungsphase werden die Schwierigkeiten des Auftrags und eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen Auftraggeber und Steuerberater für jeden einzelnen Auftrag, für die Vorbereitungsleistungen durch den Auftraggeber und die Erledigung durch den Steuerberater besprochen. Alle anschließenden Honorarvereinbarungen basieren auf einem vernünftigen Fundament. Sie entscheiden selbst was ich für Sie lösen soll und was es Ihnen wert ist!

 

Allen denjenigen, die sich für die Anwendung der gesetzlichen Gebührenverordnung interessieren empfehle ich, weiter zu lesen:

 

Die allgemeine Anwendung der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV)

Die geschäftsmäßige Hilfeleistung in Steuersachen (§ 2 StBerG) ist eine sogenannte Vorbehaltsaufgabe, die nur von bestimmten Personen erbracht werden dürfen.

Als unabhängiges Organ der Steuerrechtspflege ist der Steuerberater zur Hilfeleistung in Steuersachen gesetzlich befugt (§ 3 StBerG) und gleichzeitig verpflichtet sie ordentlich zu erbringen (§ 33 StBerG). Alle Steuerberater unterliegen dieser Normenkontrolle. Unterschiede in der Höhe der Honorare können folglich nur in der Arbeitsweise (gewinnbringende Mandate zuerst, Lückenbüßer zum Schluss), einer anderen Einschätzung des Aufwands durch den Steuerberater (Fehlkalkulation) oder in der Qualität seiner Lösungen liegen (schlechtes oder nicht ausgebildetes Personal, mangelnde Fortbildung, veraltete Technik und keine oder alte Softwarelösungen).

Das Honorar der Steuerberater für seine steuerlichen Hilfeleistungen ist zwingend nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) abzurechnen. Die StBVV unterscheidet im Wesentlichen zwei Abrechnungsmethoden:

Die Zeitgebühr
Diese gilt für alle Gebühren, bei denen das Gesetz dies vorsieht und bei Angelegenheiten, für die keine Werte ermittelt werden können. Nach der StBVV liegt die Gebühr je nach Schwierigkeit der Angelegenheit zwischen 30 bis 70 Euro je angefangene halbe Stunde. (§ 13 StBVV)

Die Wertgebühr
In der Regel findet die Wertgebühr seine Anwendung.
Der Gesetzgeber hatte dabei einen sehr einfachen Gedanken:
Der Wert des Interesses für die Hilfeleistung steigt für den Auftraggeber mit dem Betrag (Gegenstandswert oder Streitwert). Steigt dieser Wert, steigt das Honorar des Steuerberaters.

Hat die Hilfeleistung folglich einen geringen Wert, wird die Gebühr nur gering ausfallen, hat sie einen hohen Wert, wird die Gebühr höher ausfallen.

Wichtig:
Es ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass sich die Gebühren nicht verdoppeln, wenn sich die Werte verdoppeln!

Der Gesetzgeber will damit erreichen, dass allen denjenigen, die Hilfe beanspruchen wollen oder müssen, auf eine gesetzlich normierte Gebühr vertrauen dürfen. Alle Hilfesuchenden sollen sich die Hilfe durch einen Steuerberater leisten können.

Eine Gebühr allein nach seinem Wert zu bemessen, würde jedoch zu erheblichen Ungerechtigkeiten führen. Mit der Anwendung des sogenannten Rahmensatzes einer vollen Gebühr soll Abhilfe geschaffen werden. Danach gilt;

  • Liegt der Aufwand des Steuerberaters bei seiner Hilfeleistung eher niedrig, wird sich seine Gebühr nach dem unteren Rahmensatz einer vollen Gebühr richten.
  • Ist sein Aufwand entsprechend hoch, wird sich seine Gebühr nach dem oberen Rahmensatz einer vollen Gebühr richten müssen.Der Auftraggeber kann folglich aktiv an einer niedrigen Gebühr für seinen Steuerberater mitwirken:Beispiel:

Die volle Gebühr für die Erstellung einer Einkommensteuererklärung liegt bei 1.098 € (§ 24 StBVV, Wertgebühr: 50.000 €, Tabelle A, 10/10).

  1. Bleibt der Aufwand des Steuerberaters gering, darf die Gebühr am unteren Rahmensatz, also bei 109,80 € (1/10) und
  2. ist der Aufwand des Steuerberaters hoch, darf die Gebühr am oberen Rahmensatz, also bei 658,80 € (6/10) liegen.

Im Vergleich liegt die Preisspanne bei 549 €! (Alle Beträge verstehen sich ohne Auslagenersatz und gesetzliche Umsatzsteuer)

Wichtig:

Auch wenn der tatsächliche Aufwand des Steuerberaters nach Erledigung des Auftrags über die Höchstgebühr hinaus geht, darf der Steuerberater seine Leistungen nur bis zur gesetzlichen Höchstgebühr abrechnen (in dem Beispielfall 658,80 € zzgl. Auslagenersatz und Umsatzsteuer).

Hält der Auftraggeber den Aufwand für seinen Steuerberater durch eine gute Vorbereitung entsprechend gering, kann der Aufwand beim Steuerberater bei guter Vorarbeit entsprechend niedrig ausfallen und die Gebühr darf am unteren Rahmensatz der vollen Gebühr berechnet werden.